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Die damals von der SED propagierten Ideale interessierten den DDR-Fotografen Harald Hauswald wenig. Stattdessen suchte er seine Motive abseits davon, was ihm schnell die Überwachung durch die Stasi unter dem Decknamen "Radfahrer" einbrachte. Der gleichnamige Film von Marc Thümmler konfrontiert nun die Fotos Hauswalds mit Texten aus seiner Stasiakte. (taz)

Die bestechenden Schwarz-Weiß-Bilder des Fotografen Harald Hauswald stehen im Mittelpunkt und damit eine DDR-Realität, die den Oberen nicht gefallen konnte: Punks, Säufer, Alltag, Verfall. Aus dem Off liest Klaus Wiesinger Passagen aus Hauswalds 1500 Seiten umfassender Stasiakte und öffnet damit eine weitere Wahrnehmungsebene: Man betrachtet Hauswalds Arbeiten nicht nur durch dessen Sucher, sondern auch aus der Warte der Stasi. Ein interessantes Experiment. (TIP Berlin)

Genaue Beobachtungen der Stasi mischen sich mit fotografisch genauen Beobachtungen Hauswalds. Trotz oder grade wegen der spröden Sprache der Ermittler ist "Radfahrer" äußerst unterhaltsam. Ging ihnen etwa der Fotograf während der Beobachtung verloren vermerkten sie: "Das Objekt geriet außer Kontrolle". (arte)

Man sollte sich Thümmlers Film ansehen - nicht allein deswegen, weil er einem noch einmal das ganze widerliche Ausmaß der Bespitzelung in der DDR vor Augen führt [...]. Nein, interessant ist der Film auch, weil er vermittelt, wie sehr diese allenfalls in den Kirchen oder in Underground-Galerien ausgestellte Kunst ihrerseits in der DDR verwurzelt war. (Berliner Zeitung)

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